Österreichische Eltern fordern Steuer auf Gewaltspiele

Gewaltspiele, auch als Killerspiele oder Ego-Shooter bekannt, sollen steuerlich belastet werden, fordern derzeit die Vertreter eines Österreichischen Elternverbandes.

Der Ruf nach einer Steuer auf Gewaltspiele und gewaltverherrlichende Medien sorgt seit einigen Wochen für heftige Diskussionen in Niederösterreich. Damit wollen sie es Liebhabern dieser Spiele nicht einfach nur schwerer machen, indem diese im Erwerb letztlich teurer werden; vielmehr sollen die Einnahmen zu einem sinnvollen Zweck verwendet werden, so die Idee des Niederösterreichischen Landesverbandes der Elternvereine an Höheren und Mittleren Schulen.

Steuer auf Gewaltspiele: Eine umstrittene Idee

Demnach sollen die durch die Steuer eingenommenen Gelder zur Aufklärung über die Gefahren von Gewaltspielen sowie zur Prävention kindlicher Abhängigkeit von den umstrittenen Killerspielen genutzt werden. Die steuerlich erwirtschafteten Gewinne sollen demnach in das Bildungssystem fließen, außerdem Psychologen und Sozialarbeiter bezahlen, die sich gegen Gewaltspiele in Kinderzimmern engagieren.

Damit folgen die Elternvertreter ein wenig der Idee der Tabaksteuer, gehen aber noch einen Schritt weiter. Denn in gewissem Sinne wären die Steuer und die damit finanzierten Programme auch ein Ausgleich für die Störung und Erschwerung der Erziehung, die durch die Gewaltspiele ausgelöst werden könnte, meinen sie. So heißt es: „Wer Gewalt verbreitet oder verherrlicht, der soll auch einen Beitrag für die immer schwierigere Präventionsarbeit in der Kinder- und Jugenderziehungsarbeit leisten!“

Neue Steuer auch für gewalttätige Medien

Doch nicht nur Gewaltspiele, sondern auch Filme und andere Medienerzeugnisse, die Gewalt verherrlichen und Kindern und Jugendlichen damit falsche Signale geben, sollen mit einer solchen Steuer belastet werden, wenn es nach den Elternvertretern geht. Damit sollen alle, welche die jungen Generationen wissentlich solch schlechten Einflüssen aussetzen, Verantwortung übernehmen und Eltern und Lehrer im Kampf gegen die Folgen unterstützen.

Ob sich die Idee durchsetzten kann, bleibt vorerst fraglich, bisher wird jedoch vor allem in Spielerkreisen heftigst darüber diskutiert. Hier sieht man sich missverstanden, zumal der negative Einfluss von Gewaltspielen auf die Psyche und das Verhalten von Kindern und Jugendlichen noch immer nicht eindeutig nachgewiesen werden konnte und daher bis heute umstritten ist. Trotzdem dürfte es auch in Deutschland genügend Interessenvertreter geben, die bei dieser Idee hörig werden. Es bleibt also abzuwarten, ob auch hierzulande eine ähnliche Diskussion ausbricht.

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