Der Spitzensteuersatz – Geplante Erhöhung sorgt für Diskussionen

Beim Spitzensteuersatz in Deutschland soll es zu einer Erhöhung kommen, im Falle, dass eine Regierungsbeteiligung der Grünen bzw. der SPD Wirklichkeit wird. Dabei soll der Spitzensteuersatz von aktuell 45 Prozent auf 49 Prozent angehoben werden. Was das bedeutet und wer davon profitiert oder betroffen ist, sorgt für Diskussionen.

Als Spitzensteuersatz bezeichnet man den höchsten Steuersatz, den man laut Einkommensteuertarif ans Finanzamt abzugeben hat. Zur Zeit liegt der Spitzensteuersatz bei 42 Prozent,  zusätzlich wurde die sogenannte „Reichensteuer“ eingeführt , die bei Einkommen über 250.730 Euro fällig wird und 45 Prozent beträgt. Doch es ist tatsächlich so, dass eben nur auf die tatsächliche „Spitze“ die 45 Prozent gezahlt werden müssen, also nur auf das Einkommen, dass über der Grenze von 250.730 Euro Jahreseinkommen liegt. Alles darunter wird zu einem geringeren Prozentsatz versteuert. Geplant ist auch, die Einkommensgrenze herabzusenken. Die Grünen fordern eine Grenze bei 80.000 Euro, die SPD fordert 100.000 Euro als Grenzbetrag.

Bedeutung des Spitzensteuersatzes

Nicht jeder Spitzenverdiener zahlt auch den Spitzensteuersatz. Wer ein hohes Einkommen hat, kann davon in der Regel auch viele Freibeträge und Ausgaben abziehen. So zahlten in den letzten Jahren die reichsten Spitzenverdiener in Deutschland im Schnitt einen Steuersatz von 34,3 Prozent, wie eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung 2008 ermittelte.

Dennoch tragen die Spitzenverdiener einen sehr großen Teil zum gesamtdeutschen Einkommensteuraufkommen bei. So leisten diese rund 5 Prozent ca. 40 Prozent des gesamten Einkommensteueraufkommens. Stärkere Schultern sollen eben mehr tragen. Der Spitzensteuersatz wurde im Laufe der Jahre mehrfach an die Wirtschaft angepasst, und nun steht erneut eine Erhöhung zur Diskussion im Raum.

Gründe für eine Erhöhung

Im Zuge der Bankenkrise und der Konjunkturpakete, sind enorme Schulden angefallen, die nun abgebaut werden müssen. Der höhere Spitzensteuersatz soll Mehreinnahmen bringen und dabei kleinere und mittlerer Einkommen schonen. Betroffen wären weniger als 2 Prozent der deutschen Arbeitnehmer, bei denen der Spitzensteuersatz greifen würde. Zu rechnen wäre hingegen mit Mehreinnahmen durch Steuern von bis zu 5 Milliarden Euro.

Kritik an der Erhöhung

Besonders die FDP übt Kritik an den geplanten Erhöhungen. Man wirft den Grünen Populismus vor. Außerdem wären Steuererhöhungen in einer drohenden Phase des Abschwungs ein falsches Signal, das das Wachstum völlig zum Erliegen bringen könnte und zahlreiche Arbeitsplätze kosten würde, was wiederum die Sozialausgaben in die Höhe treiben würde.
Es bleibt abzuwarten, wo die Entwicklungen hingehen und welche Lösungen letzendlich als am wirksamsten gegen einen Wirtschaftsabschwung eingeschätzt werden.

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